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Hossein Kazemeyni Boroujerdi

Boroujerdi: Endlich frei

Eine erfreuliche Nachricht erreicht uns aus dem Iran. Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi wurde von den iranischen Behörden gegen Zahlung einer Kaution freigelassen.

Mehr als 7 Jahre haben sich die Mitglieder der Detmolder Gruppe von amnesty international mit viel Ausdauer für die Freilassung des schwer erkrankten politischen Gefangenen Sayed Hossein Kazemeyni Boroujerdi, einem iranischen Geistlichen, eingesetzt. Nach über 10 Jahren Haft war es nun am 4.Januar 2017 so weit. Zur großen Erleichterung der über 10 Gruppenmitglieder wurde er nun gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Boroujerdi hatte sich im Iran öffentlich für die Trennung von Staat und Religion eingesetzt und das Prinzip der Führung des Staates durch die Geistlichkeit abgelehnt. Diese Auffassung widerspricht der herrschenden Staatslehre des Irans und war dem theokratischen Regime ein Dorn im Auge. Es kam was zu befürchten war: Boroujerdi wurde im Oktober 2006 mit zahlreichen seiner Anhängern verhaftet, im Gefängnis misshandelt und im August 2007 unter anderem wegen “Feindschaft gegen Gott“, im Iran eine Straftat, und Gebrauch des Begriffs „religiöse Diktatur“ statt „Islamische Republik“ von einem Sondergericht für die Geistlichkeit nach einem unfairen Verfahren ohne geeigneten Rechtsbeistand zu 11 Jahren Haft verurteilt. Der Titel „Ayatollah“ wurde ihm aberkannt. Die meiste Zeit seiner Haft verbrachte Boroujerdi im für seine unmenschlichen Haftbedingungen berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.

Menschenrechtsorganisationen, die Weltärzteorganisation und UN-Völkerrechtsexperten setzten sich seit seiner Verurteilung weltweit für seine Freilassung ein, aber auch für die dringend notwendige medizinische Behandlung. Boroujerdi erkrankte nicht zuletzt durch die Haftbedingungen schwer. Er leidet u.a. an der Parkinson Krankheit, Herz- und Nierenproblemen und zuletzt auch einer sich entwickelnden Blindheit. Nach Erkenntnissen von Amnesty International wird politischen Gefangenen im Iran systematisch die notwendige medizinische Versorgung verweigert. Die Detmolder amnesty-Mitglieder baten daher bereits 2012 zahlreiche lippische Ärzte, sich in ihrer beruflichen Eigenschaft für Boroujerdis gesundheitliche Versorgung mit einem Brief einzusetzen, informierten 2015 die lippischen islamischen Gemeinden über sein Schicksal mit der Bitte um Unterstützung und appellierten immer wieder in der Detmolder Fußgängerzone an die Detmolder Bürger und Gäste, sich mit einem Schreiben oder ihrer Unterschrift unter einer ausgelegten Petitionsliste für Boroujerdis medizinische Versorgung und Freilassung einzusetzen, zuletzt am 1.Oktober 2016. Jetzt lenkten die iranischen Behörden ein und ließen Boroujerdi unter Kaution zur medizinischen Behandlung frei. Die mehr als 10 Detmolder amnesty-Mitglieder hoffen nun, dass es dabei bleibt, die Chancen stehen nicht schlecht. Da Berichten zufolge Boroujerdi beim letzten Besuch seiner Ehefrau im November 2016 im Gefängnis noch nicht einmal in der Lage gewesen sein soll zu gehen noch zu sitzen, hofft die Gruppe nun, dass es für seine Genesung nicht zu spät ist.